Liebe Leser des Blickwerfers, ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Sven (mit V!) und ich werde dem Swen (mit W) hier auf Blickwerfer.de ein wenig unter die Arme greifen, indem ich gelegentlich Artikel schreibe. Ich habe viele Interessen, unter anderem das World Wide Web, Filme, Musik und Technik. Ich hoffe, dass ich euch für meine Themen begeistern kann und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Swen.
Am Dienstag dieser Woche hat Google um 19 Uhr unserer Zeit (10 Uhr in Mountain View) sein erstes, eigenes Smartphone – oder wie Google es nennt “Superphone” – vorgestellt. Die Ankündigung war keine Überraschung, denn schon die letzten Wochen geisterten etliche Gerüchte um das Google-Mobiltelefon in der Blogosphäre herum. Ich habe die, für Google meiner Meinung nach relativ klein gehalten, Pressekonferenz über einen inoffiziellen Videostream verfolgt. Bahnbrechende Neuigkeiten gab es nicht, so haben sich die meisten Gerüchte bewahrheitet.

Googles erstes Smartphone "Nexus One"
Die schlechte Nachricht zuerst: Das Nexus One wird vorerst nur in den USA über den Google-Shop verkauft und kostet dort bei Abschluss eines T-Mobile-Vertrags $180, als unsubventioniertes Telefon ohne SIM-Lock $530. Der europäische Markt folgt im “Frühjahr“.
Das Nexus One basiert auf der neusten Version 2.1 von Android, ein freies Betriebssystem und Software-Plattform für mobile Geräte, das von der Open Handset Alliance entwickelt wird, an der Google maßgeblich beteiligt ist. Die größten Neuerungen der Version 2.1 sind hauptsächlich ästhetischer Natur. Auf dem YouTube-Kanal kann man das Nexus One in Aktion sehen und ich muss sagen, das Benutzer-Interface sieht sexy aus! Android enthält unter anderem Anwendungen für E-Mail, einen Web-Browser, Navigation (Google Maps Navigation) und Google Earth.
Die Hardware besteht aus einem Multi-Touch AMOLED Display mit einer Auflösung von 480×800 Bildpunkten, wobei die mitgelieferten Anwendungen (aus patentrechtlichen Gründen?) zur Zeit nur Single-Touch unterstützen. Angetrieben wird das Gerät von einem 1 Ghz Snapdragon-Prozessor, der dem System laut Testberichten gegenüber anderen Android-Telefonen schnellere Reaktionszeiten beschert. Weiterhin enthält das Nexus One 512 MB RAM, 512 MB ROM und eine 4 GB microSD-Karte, die mit einer bis zu 32 GB bestückten Karte ausgetauscht werden kann. WLAN und Bluetooth sind selbstverständlich auch an Bord. Telefonieren kann man damit übrigens auch, und zwar in GSM- und UMTS-Netze, wobei GPRS/EDGE und HSDPA/HSUPA unterstützt werden. Überdies enthält das Gerät eine 5-Megapixel-Kamera, GPS-Empfänger, Kompass sowie Licht-, Annäherungs- und Beschleunigungssensoren.
Das klingt wirklich alles toll und das Smartphone sieht insgesamt sehr schick aus, doch eine Sache stört mich: der Preis. Zwar ist ein iPhone ohne Vertrag immer noch mehr als doppelt so teuer wie ein Nexus One, doch hätte ich von Google hier erwartet, dass sie die innovative “Google-Strategie” bei der Vermarktung Ihrer Produkte gehen: Produkt günstig auf den Markt bringen und anschließend durch Werbefinanzierung oder Zusatzdienstleistungen verdienen. Als Einnahmequelle sehe ich hier unter anderem den Android Market, also die Plattform, wo Apps (altdeutsch Anwendungen) für Android-Geräte gekauft bzw. kostenlos heruntergeladen werden können. Auch hätte ich mir einen günstigeren Preis zu Gunsten der Verbreitung von Android gewünscht, denn das offene Android-System ist dem iPhone meiner Meinung nach technisch und ideologisch überlegen.
Warum Google hier nicht an der Preisschraube gedreht hat, um das Wachstum von Android zu fördern, ist mir schleierhaft. Denn: Mehr verkaufte Android-Telefone bedeutet mehr Android-Nutzer und -Entwickler, bedeutet mehr Android-Apps und bedeutet letztendlich mehr Umsatz über den Market.
Ich werde nun erstmal abwarten, denn für dieses Jahr sagen Marktforscher 50 neue auf Android basierte Geräte und Preise unter 100€ (ohne Subventionierung) voraus. Es bleibt spannend!
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